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Microsoft-Patchday: Zwei bereits ausgenutzte Windows-Sicherheitslücken geschlossen

Microsoft hat am 8. September 2026 seine monatlichen Sicherheitsupdates veröffentlicht. Besonders wichtig: Bei zwei Schwachstellen in Windows wurde laut Microsoft bereits vor Veröffentlichung der Updates eine aktive Ausnutzung beobachtet. PCs und Server sollten deshalb zeitnah auf den aktuellen Stand gebracht werden.
10. September 2026 durch
Microsoft-Patchday: Zwei bereits ausgenutzte Windows-Sicherheitslücken geschlossen
Patrick Prennsberger


Warum die September-Updates besonders relevant sind

Regelmäßige Software-Updates gehören zu den wirksamsten Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit. Der aktuelle Microsoft-Patchday zeigt erneut, warum: Mit den September-Updates wurden Sicherheitslücken in zahlreichen Microsoft-Produkten geschlossen. Bei Windows 11 und mehreren Windows-Server-Versionen stuft Microsoft die maximale Schwere einzelner behobener Schwachstellen als kritisch ein; auch Office, SharePoint, Exchange, SQL Server und weitere Produkte erhalten Sicherheitskorrekturen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen zwei Windows-Schwachstellen, die Microsoft unter den Kennungen CVE-2026-85880 und CVE-2026-81963 führt. Nach Angaben des Herstellers wurden beide bereits ausgenutzt, bevor die entsprechenden Sicherheitsupdates veröffentlicht waren.


Was steckt hinter den beiden Schwachstellen?

CVE-2026-85880 betrifft die Windows-Komponente Advanced Local Procedure Call (ALPC). Die Schwachstelle kann einem Angreifer, der bereits über begrenzten Zugriff auf ein System verfügt, ermöglichen, seine Berechtigungen auszuweiten. Technisch handelt es sich um eine Schwachstelle, über die lokale Rechte bis hin zu weitreichenden Systemrechten erhöht werden können.

CVE-2026-81963 befindet sich im Windows Update Stack, also in einem zentralen Bestandteil des Windows-Aktualisierungssystems. Auch hier kann ein bereits autorisierter Angreifer unter bestimmten Voraussetzungen seine Rechte auf dem betroffenen Rechner erhöhen. Betroffen sind unter anderem mehrere aktuelle Windows-11-Versionen sowie Windows Server 2025.

Solche Schwachstellen sind besonders relevant, weil Cyberangriffe häufig aus mehreren Schritten bestehen. Ein Angreifer kann beispielsweise zunächst über Phishing, gestohlene Zugangsdaten oder eine andere Schwachstelle auf ein Gerät gelangen und anschließend eine Rechteausweitung nutzen, um tiefer in das System vorzudringen.


Wer sollte jetzt handeln?

Für Privatanwenderinnen und Privatanwender ist die wichtigste Maßnahme einfach: Windows Update ausführen und ausstehende Sicherheitsupdates installieren. Bei vielen Geräten erfolgt dies automatisch, dennoch lohnt sich eine kurze Kontrolle.

In Unternehmen und Organisationen sollten IT-Verantwortliche die aktuellen Microsoft-Sicherheitsupdates priorisiert prüfen und entsprechend der eigenen Patch-Management-Prozesse ausrollen. Das gilt insbesondere für Arbeitsplatzrechner, Server und Systeme mit administrativen Funktionen. Microsoft empfiehlt betroffenen Anwendern ausdrücklich, die Sicherheitsupdates möglichst frühzeitig einzuspielen.

Auch für Energieversorger, kommunale Einrichtungen und andere Betreiber digitaler Infrastruktur ist konsequentes Patch-Management ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsvorsorge. Je stärker Geschäftsprozesse und technische Systeme vernetzt sind, desto wichtiger ist es, bekannte Sicherheitslücken zeitnah zu schließen und privilegierte Zugänge besonders zu schützen.


Updates sind nur ein Teil der Sicherheitsstrategie

Ein aktuelles Betriebssystem ist eine wichtige Grundlage, ersetzt jedoch keine ganzheitliche IT-Sicherheitsstrategie. Sichere Passwörter, Mehr-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Backups, eingeschränkte Benutzerrechte und ein aufmerksamer Umgang mit E-Mails und Links bleiben ebenso wichtig.

Der aktuelle Patchday ist daher ein guter Anlass, nicht nur die Update-Funktion zu kontrollieren, sondern auch die grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen auf den eigenen Geräten zu überprüfen.


Handlungsempfehlungen

  1. Windows Update prüfen: Unter „Einstellungen → Windows Update“ nach verfügbaren Updates suchen und diese installieren.
  2. Neustart durchführen: Sicherheitsupdates werden häufig erst nach einem Neustart vollständig aktiv.
  3. Server priorisieren: Unternehmen sollten betroffene Windows-Server und administrativ genutzte Systeme besonders zeitnah aktualisieren.
  4. Automatische Updates nicht deaktivieren: Für private Geräte und kleinere Umgebungen bieten automatische Updates einen wichtigen Basisschutz.
  5. Benutzerrechte begrenzen: Im Alltag möglichst nicht dauerhaft mit Administrationsrechten arbeiten.
  6. Mehr-Faktor-Authentifizierung verwenden: Wo verfügbar, zusätzliche Anmeldung über App, Sicherheitsschlüssel oder einen zweiten Faktor aktivieren.
  7. Patch-Status dokumentieren: Unternehmen sollten nachvollziehbar festhalten, welche Systeme aktualisiert wurden und wo noch Handlungsbedarf besteht.


Quellen

Microsoft Security Response Center – Sicherheitsupdates September 2026: Microsoft bestätigt die Veröffentlichung der September-Updates und nennt CVE-2026-85880 sowie CVE-2026-81963 als bereits vor Veröffentlichung ausgenutzte Schwachstellen.
Microsoft Support – Windows 11 Sicherheitsupdate KB5122880: Informationen zum kumulativen Sicherheitsupdate für Windows 11 Version 23H2.
JPCERT/CC – Hinweis zu Microsoft-Sicherheitsupdates September 2026: JPCERT/CC weist ebenfalls auf die aktuellen Updates und die bereits ausgenutzten Schwachstellen hin.

ENISA Threat Landscape 2026: Digitale Abhängigkeiten werden zum Sicherheitsfaktor
Die europäische Cybersicherheitsagentur ENISA hat am 22. September 2026 ihren neuen „Threat Landscape 2026“-Bericht veröffentlicht. Ein zentrales Ergebnis: Abhängigkeiten von Software, Cloud-Diensten, IT-Dienstleistern und anderen Drittanbietern vergrößern die Angriffsfläche und können die Auswirkungen eines einzelnen Sicherheitsvorfalls deutlich verstärken.