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Backups gegen Ransomware: Warum nur getestete Datensicherungen wirklich helfen

Bei der heutigen Prüfung der öffentlich zugänglichen Meldungen von CERT.at und weiterer offizieller Security-Quellen wurde keine neue, breit relevante Warnung gefunden, die für Privatkund:innen, Unternehmen oder kommunale Einrichtungen vordringlicher wäre. CERT.at führt derzeit als jüngsten Tagesbericht den 18. September 2026 und als jüngste öffentliche Warnung weiterhin die bereits behandelte Cisco-Meldung vom 15. September 2026. Deshalb geht es heute um eine zeitlose, aber besonders wichtige Schutzmaßnahme: belastbare Backups und eine tatsächlich getestete Wiederherstellung.
23. September 2026 durch
Backups gegen Ransomware: Warum nur getestete Datensicherungen wirklich helfen
Patrick Prennsberger


Was ist heute passiert?

Nicht jeder Tag bringt eine neue kritische Schwachstelle mit unmittelbarem Handlungsbedarf für eine breite Zielgruppe. Das ist aus Security-Sicht sogar eine gute Gelegenheit, sich einem Thema zu widmen, das im Ernstfall oft über Stunden, Tage oder Wochen an Betriebsunterbrechung entscheidet: der Datensicherung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt regelmäßige Backups sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Besonders wichtig ist dabei nicht nur, dass Sicherungen vorhanden sind, sondern auch, dass sie regelmäßig auf Funktionalität, Konsistenz und Aktualität geprüft werden.

Für Ransomware-Fälle geht das BSI noch einen Schritt weiter: Eine Sicherung sollte so aufbewahrt werden, dass sie nach dem Backup-Vorgang vom produktiven Netzwerk getrennt ist. Der Grund ist einfach: Viele Erpressungstrojaner versuchen nicht nur Originaldaten zu verschlüsseln, sondern auch erreichbare Sicherungen unbrauchbar zu machen.


Wer ist betroffen?

Im Grunde jede Person und jede Organisation, die wichtige digitale Daten besitzt.

Privatpersonen betrifft das etwa Fotos, Dokumente, persönliche Unterlagen oder Daten auf Smartphone und Computer. Unternehmen müssen zusätzlich Geschäftsdaten, Fachanwendungen, Konfigurationen und zentrale Server berücksichtigen. Bei Gemeinden sowie Betreibern von Energie- und Digitalinfrastruktur können je nach Systemlandschaft außerdem technische Dokumentationen, Konfigurationsstände, Verwaltungsanwendungen und weitere betriebsrelevante Daten eine Rolle spielen.

Dabei ist ein häufiger Irrtum zu vermeiden: Eine Kopie ist nicht automatisch ein Backup. Das BSI weist ausdrücklich darauf hin, dass eine reine Datenspiegelung keine vollwertige Datensicherung ersetzt. Werden fehlerhafte, gelöschte oder durch Ransomware verschlüsselte Daten unmittelbar auf die Kopie übertragen, ist auch diese Kopie betroffen.

Dasselbe Grundprinzip gilt für jede Sicherung, die permanent mit dem Produktivsystem verbunden und mit denselben Berechtigungen erreichbar ist: Je leichter die produktiven Systeme auf sie zugreifen können, desto sorgfältiger muss geprüft werden, ob ein Angreifer denselben Weg nutzen könnte.


Warum ist das für Unternehmen und Infrastrukturbetreiber relevant?

Bei einem Cyberangriff geht es nicht nur darum, ob Daten verloren gehen. Entscheidend ist oft, wie schnell ein Betrieb wieder arbeitsfähig wird.

CISA empfiehlt im offiziellen StopRansomware-Leitfaden, kritische Daten in offline verfügbaren und verschlüsselten Backups zu sichern und die Verfügbarkeit sowie Integrität dieser Sicherungen regelmäßig in Wiederherstellungstests zu überprüfen. Die US-Behörde betont ausdrücklich, dass viele Ransomware-Varianten versuchen, erreichbare Backups zu löschen oder ebenfalls zu verschlüsseln.

Ein Backup kann daher technisch vollständig vorhanden und trotzdem im Ernstfall wertlos sein – etwa wenn das Kennwort fehlt, die Sicherung beschädigt ist, die benötigte Software nicht mehr verfügbar ist oder niemand weiß, in welcher Reihenfolge die Systeme wiederhergestellt werden müssen.

Gerade bei kommunalen Diensten, Energieversorgung oder digitaler Infrastruktur ist deshalb nicht nur die Sicherung einzelner Dateien wichtig. Ebenso relevant sind Wiederanlaufpläne: Welche Systeme müssen zuerst verfügbar sein? Welche Konfigurationen werden benötigt? Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen Servern, Netzwerken und Anwendungen?


Was sollte man daraus ableiten?

Die entscheidende Frage lautet nicht: „Haben wir ein Backup?“ Sondern: „Können wir damit unseren Betrieb zuverlässig wiederherstellen?“

Das BSI empfiehlt ausdrücklich, Wiederherstellungs- und Wiederanlaufpläne praktisch zu testen. Nur so werden Probleme sichtbar, bevor ein echter Ausfall eintritt.

Für Privatpersonen kann ein solcher Test sehr einfach sein: Einige ausgewählte Dateien aus der Sicherung zurückholen und prüfen, ob sie lesbar sind. In Unternehmen sollte der Test strukturierter erfolgen – beispielsweise mit einer definierten Auswahl wichtiger Systeme und klar dokumentierten Wiederherstellungszeiten.

Ebenso wichtig ist die Trennung der Sicherungen vom normalen Arbeitsbetrieb. Eine externe Festplatte, die nach jeder Sicherung wieder vom Rechner getrennt wird, kann für Privathaushalte bereits einen wirksamen zusätzlichen Schutz darstellen. In professionellen Umgebungen kommen dafür unter anderem Offline-Sicherungen, unveränderbare Speicherbereiche oder getrennte Backup-Infrastrukturen in Betracht.


Handlungsempfehlungen

  1. Wichtige Daten identifizieren: Festlegen, welche Dateien, Systeme und Konfigurationen im Ernstfall unbedingt wiederhergestellt werden müssen.
  2. Backups automatisieren: Datensicherungen regelmäßig und möglichst automatisiert durchführen, damit sie nicht vom täglichen manuellen Aufwand abhängen.
  3. Mindestens eine Sicherung getrennt aufbewahren: Eine Backup-Kopie sollte nach dem Sicherungsvorgang nicht dauerhaft aus dem normalen Netzwerk beschreibbar sein.
  4. Wiederherstellung praktisch testen: Regelmäßig einzelne Dateien und – bei Unternehmen – ausgewählte Systeme aus dem Backup zurückspielen.
  5. Backup-Zugänge besonders schützen: Administrationskonten für Sicherungssysteme sollten getrennt von normalen Benutzerkonten verwaltet und mit starker Mehrfaktor-Authentifizierung abgesichert werden.
  6. Wiederanlauf dokumentieren: Festhalten, welche Systeme zuerst benötigt werden, welche Abhängigkeiten bestehen und wer im Notfall welche Aufgaben übernimmt.
  7. Backup-Erfolg überwachen: Fehlgeschlagene Sicherungsläufe, ungewöhnliche Löschvorgänge oder Änderungen an Backup-Einstellungen sollten automatisch gemeldet und geprüft werden.

Quellen

„10 Tipps zur Cyber-Sicherheit für Unternehmen“ – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Das BSI empfiehlt regelmäßige Backups und betont, dass Sicherungen auf Funktionalität, Konsistenz und Aktualität getestet werden sollten.
BSI: 10 Tipps zur Cyber-Sicherheit für Unternehmen

„Back-up: Doppelt gesichert hält besser“ – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Das BSI erläutert die Auswahl geeigneter Sicherungen, regelmäßige Backup-Zyklen und die Bedeutung von Lesbarkeits- und Wiederherstellungsprüfungen.
BSI: Back-up – Doppelt gesichert hält besser

„Data backup concept and centralised data storage“ – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Das BSI bezeichnet Backups als zentrale Maßnahme zur Sicherung der Datenverfügbarkeit bei Ransomware und empfiehlt offline getrennte Sicherungen sowie praktische Wiederherstellungstests.
BSI: Data backup concept and centralised data storage

„#StopRansomware Guide“ – Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA).
CISA empfiehlt offline verfügbare, verschlüsselte Backups kritischer Daten und regelmäßige Tests ihrer Verfügbarkeit und Integrität.
CISA: StopRansomware Guide

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Bei der heutigen Prüfung der offiziellen Sicherheitsquellen wurde keine neue, breit relevante Warnung identifiziert, die für Privatkund:innen, Unternehmen oder kommunale Einrichtungen dringlicher wäre als die bereits zuletzt behandelten Meldungen. Deshalb geht es heute um eine dauerhafte und sehr praktische Schutzmaßnahme: Passkeys und phishing-resistente Mehrfaktor-Authentifizierung erschweren den Diebstahl von Zugangsdaten deutlich.