Ein Backup ist erst dann wertvoll, wenn es sich wiederherstellen lässt
Fotos, Dokumente und E-Mails lassen sich ersetzen oder erneut herunterladen – viele andere Daten dagegen nicht. Für Unternehmen, Gemeinden und Betreiber technischer Infrastruktur können zusätzlich Konfigurationen, Datenbanken, Abrechnungsinformationen oder Dokumentationen betroffen sein.
Backups gehören deshalb zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Datenverlust. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, Sicherungskopien regelmäßig anzulegen und ebenso regelmäßig auf Funktionalität, Konsistenz und Aktualität zu prüfen.
Dabei geht es nicht nur um Cyberangriffe. Auch Hardwaredefekte, Fehlbedienung, Diebstahl oder versehentlich gelöschte Dateien können dazu führen, dass wichtige Daten verloren gehen. Das BSI empfiehlt daher auch für private Nutzerinnen und Nutzer regelmäßige Datensicherungen – möglichst automatisiert.
Warum Ransomware auch Backups angreifen kann
Bei Ransomware versuchen Angreifer, Dateien oder ganze Systeme zu verschlüsseln und anschließend Lösegeld zu verlangen. Moderne Angriffe beschränken sich jedoch häufig nicht auf den eigentlichen Computer.
Sind Backup-Systeme dauerhaft über das gleiche Netzwerk erreichbar, können auch Sicherungen gelöscht oder verschlüsselt werden. Genau deshalb reicht es nicht aus, beispielsweise lediglich eine externe Festplatte ständig am Rechner angeschlossen zu lassen.
Das BSI bezeichnet ein Offline-Backup als eine zentrale Präventionsmaßnahme gegen Ransomware. Nach Abschluss der Sicherung sollte diese Kopie vom übrigen Netzwerk getrennt sein. Dadurch kann Schadsoftware sie nicht ohne Weiteres erreichen und mitverschlüsseln.
Auch CISA empfiehlt Organisationen, kritische Daten in offline gespeicherten und verschlüsselten Backups zu sichern und regelmäßig zu überprüfen, ob diese Sicherungen tatsächlich verfügbar und wiederherstellbar sind. Viele Ransomware-Varianten versuchen ausdrücklich, erreichbare Sicherungskopien zu löschen oder ebenfalls zu verschlüsseln.
Die 3-2-1-Regel als praktische Orientierung
Eine bewährte Orientierung für Datensicherungen ist die sogenannte 3-2-1-Regel. Die europäische Cybersicherheitsagentur ENISA empfiehlt dabei:
- drei Kopien der wichtigen Daten,
- auf zwei unterschiedlichen Speichermedien,
- davon mindestens eine Kopie an einem anderen Standort.
Zusätzlich empfiehlt ENISA Maßnahmen, mit denen Backups innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht verändert oder gelöscht werden können. Dazu gehören beispielsweise immutable Backups, also unveränderbare Sicherungen, sowie offline gespeicherte Kopien.
Für Privatpersonen könnte das beispielsweise bedeuten: Die Originaldaten befinden sich auf dem Computer, eine Sicherung auf einer externen Festplatte und eine weitere Kopie in einem geeigneten Cloud-Backup.
In Unternehmen können mehrere getrennte Backup-Systeme, unterschiedliche Standorte und unveränderbare Speicherbereiche eingesetzt werden.
Wiederherstellung muss regelmäßig getestet werden
Ein vorhandenes Backup vermittelt schnell ein Gefühl von Sicherheit. Im Ernstfall zeigt sich jedoch erst, ob die Sicherung vollständig und verwendbar ist.
Das BSI empfiehlt deshalb ausdrücklich, auch die geplante Wiederherstellung praktisch zu testen. Dabei können Probleme sichtbar werden, bevor tatsächlich ein Notfall eintritt – beispielsweise fehlende Dateien, beschädigte Sicherungen, nicht dokumentierte Passwörter oder unerwartet lange Wiederherstellungszeiten.
Für Unternehmen und Betreiber kommunaler oder technischer Infrastruktur ist zusätzlich entscheidend, welche Systeme zuerst wiederhergestellt werden müssen. CISA empfiehlt deshalb, kritische Systeme und ihre Abhängigkeiten bereits vor einem Vorfall zu identifizieren und entsprechende Wiederherstellungsprioritäten festzulegen.
Ein gutes Backup-Konzept besteht somit nicht nur aus Speicherplatz. Es umfasst auch klare Verantwortlichkeiten, Zugriffsschutz, getrennte Sicherungskopien und einen getesteten Wiederherstellungsplan.
Handlungsempfehlungen
- Wichtige Daten regelmäßig sichern: Backups sollten automatisch und in angemessenen Abständen erstellt werden.
- Mindestens eine Kopie vom Netzwerk trennen: Eine Offline- oder anderweitig gegen Veränderungen geschützte Sicherung erschwert Ransomware den Zugriff auf sämtliche Backups.
- 3-2-1-Regel berücksichtigen: Mehrere Kopien auf unterschiedlichen Medien und mindestens eine räumlich getrennte Sicherung erhöhen die Ausfallsicherheit.
- Backup-Zugänge besonders schützen: Administrationskonten für Sicherungssysteme sollten starke, separate Zugangsdaten und nach Möglichkeit Mehr-Faktor-Authentifizierung verwenden.
- Wiederherstellung testen: Nicht nur kontrollieren, ob ein Backup erstellt wurde, sondern regelmäßig einzelne Dateien oder Systeme testweise zurückspielen.
- Kritische Systeme priorisieren: Unternehmen sollten festlegen, welche Anwendungen, Daten und Systeme nach einem Ausfall zuerst benötigt werden.
- Sicherungen überwachen: Fehlgeschlagene Backup-Jobs sollten automatisch gemeldet und zeitnah untersucht werden.
Quellen
BSI – Daten sichern, verschlüsseln und löschen
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt regelmäßige und möglichst automatisierte Datensicherungen.
BSI: Daten sichern, verschlüsseln und löschen
BSI – Datensicherungskonzept und zentrale Datenhaltung
Das BSI empfiehlt insbesondere bei Ransomware Offline-Backups sowie praktische Tests der Wiederherstellung.
BSI: Datensicherungskonzept und zentrale Datenhaltung
CISA – #StopRansomware Guide
CISA empfiehlt offline gespeicherte und verschlüsselte Backups sowie regelmäßige Wiederherstellungstests und eine Priorisierung kritischer Systeme.
CISA: StopRansomware Guide
ENISA – Technical Implementation Guidance on Cybersecurity Risk Management Measures
ENISA beschreibt unter anderem die 3-2-1-Regel sowie unveränderbare und offline gespeicherte Backups.
ENISA: Technical Implementation Guidance